Evangelische Kirche Dolle

Taufstein
Vorschaubild Evangelische Kirche Dolle
Das alte Dorf Dolle, auch Dollen genannt, hatte schon im 13. Jahrhundert eine eigene Kirche. Dieselbe lag auf dem alten Kirchhof, und das ehemalige Pfarr- und Küstergehöft schloss sich südwärts an den Kirchhof an. Vermutlich war diese Kirche eine Stiftung des Klosters Hillersleben, denn dieses Kloster besaß damals das Patronatsrecht. Da Dolle in damaliger Zeit als Vorwerk zum Amt Burgstall gehörte, besaß es auch keine eigene Pfarrei.

Die Gemeindemitglieder wurden seelsorgerisch von Burgstall aus betreut, einige Zeit auch von Cröchern, anschließend wieder von Burgstall und nun von Colbitz. Das eingegangene Dorf lag unweit südlich von der alten Burg, von der im Jahre 1700 noch Überreste eines Turmes vorhanden waren. Behrends fand und maß noch die Fundamente der alten Kirche. Turm und Schiff sollen 18 Fuß breit, die Länge des Turmes betrug 12, des Schiffes 36 Fuß. Das Altarhaus war 18 Fuß lang und 12 Fuß breit. Es war demnach eine romanische Kirche, jedenfalls aus Findlingsgranit erbaut, wie die meisten alten romanischen Kirchen der Altmark.

Um den kirchlichen Bedürfnissen zu genügen, wurde 1907 eine neue Kirche erbaut. Sie wurde am 13. August 1907 eingeweiht. Anwesend waren der Architekt Albert Schütze aus Magdeburg, Herr Landrat von der Schulenburg aus Angern, die Herren von Alvensleben aus Wittenmoor, Forstmeister von Nathusius aus Burgstall und viele andere.

Sie ist ein zweischiffiger Putzbau mit eingezogenem Rechteckchor und gedrungenem seitlich im Südosten stehendem Turm. Es hat eine nüchtern sachliche Heimatstilform auf Barock und Jugendstil nach einem Entwurf von Albert Schütze. Der Turm besitzt eine Schweifhaube, das Hauptschiff hat ein hohes Satteldach und das südliche Nebenschiff besitzt Zwerchgiebel.

Im Inneren ist die Apsis als Rundtonne, das Hauptschiff mit hölzerner, leicht spitzer Tonne und Westempore. Über der Südempore im Seitenschiff sind holzverschalte Schrägen. Die bauzeitliche Ausstattung ist teils rustikal, teils in Formen des Jugendstils. Originale Farbverglasungen sind von 1907. Im Westfenster ist das Auge Gottes und die Heilig-Geist-Taube über dem himmlischen Jerusalem.

Die hölzerne Altareinfassung ist mit Kommunikantenbänken und hinter der Mensa mit einem aufragendem gemaltem Kruzifixus auf Goldhintergrund versehen. Seit 1993 hat Dolle eine neue Turmuhr. Lange hatten die Dollenser auf ihren Zeitmesser im Ort verzichten müssen. Durch Beteiligung von Gemeinderat, Vereine, ein Betrieb und viele Spenden der Bürger konnte dieses Projekt finanziert werden.