Bockwindmühle Lindhorst

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Um 1842 gab es im Territorium 3 Roßmühlen, 6 Windmühlen und eine Wassermühle in Lindhorst. Nach mündlicher Überlieferung wurde die Bockwindmühle etwa 1861 erbaut. Auftraggeber war ein gewisser Alexander Theodor Lüders. Mit Sicherheit sind einige Teile wie Hausbaum, Hammerbalken und Bock viel älter. Später wurde Hermann Röhle, ein Nachfolger der Wehrmüllerfamilie Röhle aus Zielitz , Besitzer der Mühle. In der Folgezeit wurden mehrere Teile der Mühle erneuert, so 1893 die Königswelle und 1901 der Wellkopf. Der Sackaufzug trägt die Jahreszahl 1923. Zuletzt wurde sie von Müller Lindemann bis in die 60er Jahre betrieben. Nach Lindemanns Tod im Jahre 1981 war das Grundstück einige Jahre unbewohnt, die Mühle verfiel. Als sich dann ein Käufer fand, der in das Müllerhaus einzog, wurde auch weiterhin nichts zur Erhaltung der Mühle getan. Fast dreißig Jahre schenkte der auf dem Bock stehenden, drehbaren Mühle kaum jemand Beachtung, da mit dem Aufkommen der Motormühlen die Windmühlen nicht mehr wirtschaftlich arbeiteten. Die Mühle war zunehmend dem Verfall geweiht. Erst als 1990 das Gerücht umging, dass das gute Stück nach Schleswig-Holstein verkauft werde, kam wieder Leben in die Geschichte. Nachdem die Gemeinde Colbitz aufgrund des Denkmalschutzes Einspruch gegen dieses Vorhaben erhoben hatte, gründete sich am 30. Oktober 1990 der „Verein zur Erhaltung der Bockwindmühle Lindhorst e.V.“. Nach und nach wurde das Bauwerk größtenteils mit Fördermitteln, Spenden und Unterstützung der Kommune restauriert. Zunächst setzten sich die Vereinsmitglieder dafür ein, dass das dach dicht gemacht wurde. 1991 wurden die Flügel abgenommen. Spektakulär war die Umsetzung der Mühle auf Gemeindeland am 30. Mai 1992. Etwa 2000 Zuschauer waren dabei, als ein Kran den Koloss 57 Meter durch die Luft balancierte. Danach wurden viele teile im Innern wieder in Schuss gebracht, ehe 1994 die Flügel wieder montiert und Bretter an den Außenwänden erneuert wurden, das dach erhielt eine neue Holzschindeldeckung. Groß war die Freude bei den Mitgliedern des Vereins, als nach 30 Jahren der erste gemahlene Schrot durch das Sieb rieselte. Heute ist die Mühle zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Besonders am Mühlentag und Tag des Denkmals bestaunen viele Besucher das interessante Innenleben des beflügelten Hauses. Jederzeit können Besichtigungen mit dem Mühlenverein vereinbart werden.