Naturlern- und -lehrpfad Dolle

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Dolle liegt ca. 30 km nördlich von Magdeburg. Es ist ein altmark-typisches Straßendorf. Charakteristisch für Dolle ist seine Lage am Dollgraben, einem der wenigen Vorfluter des sandigen Endmoränenbereiches der Colbitz – Letzlinger Heide. Das Quellgebiet des Dollgrabens befindet sich westlich der Ortslage am Mixdorfer Berg (76m), der im Volksmund auch „Kuckucksberg“ genannt wird. Da dieses Feuchtgebiet seit Jahrzehnten in der Pufferzone des militärischen Sperrbereiches liegt und zuvor ca. 150 Jahre als Jagdrevier eingegattert war, konnten sich Flora und Fauna ungestört entwickeln.

Um einen Einblick in diese Landschaft der Colbitz - Letzlinger Heide zu ermöglichen, wurden durch die Gemeinde Dolle und die Bundesforstverwaltung ein Naturlern- und lehrpfad (NLP) eingerichtet. Der Ausgangspunkt des Pfades befindet sich am Ende der Kastanien- bzw. der Jacobstraße vor dem Eingang des Seniorenparkes „Sonnenhof“. Der auf diesem Gelände vom Blindenförderungswerk eingerichtete Tast- und Riechgarten für behinderte Bürger ist für alle Naturliebhaber empfehlenswert. Der Weg zum ersten Aufsteller des NLP führt rechts an der Einzäunung der Heimanlage entlang zu mehreren alten Eichen. Wegen ihres Umfangs von fast 7 Metern sind sie Naturdenkmale. Auf dem Feldweg in Richtung Waldrand betritt man nicht nur das naturschutzwürdige Gebiet des „Kuckucksberges“, sondern auch die Pufferzone des Truppenübungsplatzes Altmark (TrÜbPl). Durch den „Heide - Kompromiss“ vom Mai 1997 können in der Pufferzone des TrÜbPl Wanderwege eingerichtet werden, wobei auf die strickte Einhaltung des Wegegebotes hingewiesen werden muss. Auf dem Weg zwischen Wald und Feldrain stehen weitere Aufsteller. Einige Bänke laden zum beschaulichen Verweilen und zum Erfreuen an der natürlichen Schönheit ein. Die Info - Tafeln an den Aufstellern geben Auskunft über: die Singvögel in Wald und Park bzw. das Leben am Waldesrand, die Blumenwiese bzw. die Erle und die Eiche, das Öko-System Wald bzw. den Baum als Lebensraum, die Nutzfunktion des Waldes bzw. Farne, Moose und Pilze, den Lebensraum Feuchtwiese bzw. Wildpflanzen in Wald, Feld und Flur, die Jagdweisen der Greifvögel bzw. Feldgehölze.

Beim Überqueren des Dollgrabens hat man einen herrlichen Blick in Richtung Ortslage. Südlich von den Stallgebäuden erkennt man eine Wallanlage, die Reste der ehemaligen „Dollburg“. Nach einigen Metern verweisen Schilder und eine Schranke auf die Nähe des TrübPl. Der Weg zurück zum Ort führt am letzten Aufsteller an der alten Deponie vorbei, auf dieser soll zukünftig eine Aussichtsplattform errichtet werden. In Höhe der Festwiese mit der Sängerbühne kann man sich entscheiden für den direkten Weg zur B 189, an der die Gaststätten von Dolle gelegen sind, oder man geht über die Festwiese und durch den anschließenden Eichenwald, um an das Mahnmal der Opfer des Faschismus zu gelangen. Muss man zum Ausgangspunkt zurück, so hat man eine Strecke von ca. 5 km zurück gelegt.