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Denkmal der Kaliindustrie Zielitz

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Die Geschichte der deutschen Kaliindustrie begann in den fünfziger Jahren des vorletzten Jahrhunderts. Um Steinsalz zu gewinnen, ließ die preußische Regierung 1852 die ersten Schächte in Staßfurt abteufen. Um an das begehrte Steinsalz zu kommen, traf man zuerst auf bitter schmeckende Salzschichten, diese „Abraumsalze“ hatten zunächst keinen Wert, so dass man sie auf Halde warf. Dr. Adolf Frank, Chemiker in der Staßfurter Zuckerfabrik, entdeckte, dass die Abraumsalze das begehrte Kalium in Form von Kaliumchlorid in großen Mengen enthielten, aber mit für die Pflanze schädlichen Begleitkomponenten behaftet waren. Er entwickelte ein Verfahren zur Abtrennung des Kaliumchlorids von den anderen Salzbestandteilen. Die zielgerichtete Erkundung des Kalilagers, später Flöz Staßfurt genannt, und die Gewinnung von Kalisalzen begann erstmals am 1. Dezember 1858 mit dem Auffahren eines Querschlages im Kalilager. Ende Oktober / Anfang November 1861 ging in Staßfurt die erste Fabrik zur Herstellung von Kali in Betrieb, so dass der 1. November 1861 als Gründungstag der Weltkaliproduktion und Staßfurt als Wiege des Kalibergbaus bezeichnet werden. Am 29. März 1905 wurde eine Kalibohrgesellschaft „Moltkeshall“ gegründet. Zur Klärung der Lagerungsverhältnisse wurden 17 Bohrungen angesetzt, wobei 12 Bohrungen fündig wurden. Da man auf ein abbauwürdiges Kalilager gestoßen war, wurde der Abbau beschlossen. Am 7. März 1908 wurde in Zielitz die Gewerkschaft „Moltkeshall“ gegründet, die aus der am 29. März 1905 gegründeten Kalibohrgesellschaft gleichen Namens hervorging. Die Gewerkschaft erwarb Bergwerksfelder von 2.600 ha zur Salzgewinnung. Die Gerechtsame der Gewerkschaft „Moltkeshall“ erstreckte sich über die Gemarkungen Zielitz, Loitsche, Heinrichsberg, Niegripp und Hohenwarthe. Im Juni 1912 wurden Teile der Gewerkschaft Moltkeshall für eine eigenständige Gewerkschaft „Zielitz“ abgezweigt. Für den Schacht der Gewerkschaft Zielitz waren bis zum Jahre 1913 lediglich die Vorarbeiten erledigt. Wegen Geldmangel wurden die Arbeiten wieder eingestellt. Die Bergwerksfelder erwarb die Wintershall AG. So ging die erste Phase des Kalibergbaues in unserer Region zu Ende, ohne das der Umfang und die Qualität der Lagerstätte richtig erkannt worden war. Die zweite Phase des Kalibergbaues setzte nach umfangreichen Erkundungsbohrungen auf Kalisalze in den Jahren von 1961 - 1964 ein. Die ausgezeichneten Erkundungsergebnisse führten dann zur Entscheidung und Vorbereitung für den Aufbau des Kaliwerkes Zielitz. 1964 wurde mit dem Abteufen der Schächte begonnen. 1973 nahm das Werk Zielitz den Dauerbetrieb auf und seitdem bestimmt die Kali- und Salzproduktion das Profil der Gemeinde. Nach der politischen Wende verlief der Umwandlungsprozess vom VEB zur Aktiengesellschaft. Damit erfolgte ein drastischer Arbeitskräfteabbau. So ging z. B. die Beschäftigtenzahl des Kalibetriebes nach 1990 von damals 3000 Beschäftigen um ca. die Hälfte zurück.