Friedhof Ramstedt

kleiner von einer Backsteinmauer umfriedeter Friedhof in idyllischer Waldlage unweit des Schosses, an der Stirnseite der Anlage gegenüber dem Eingangsportal Altar mit ziboriumsartigem Überbau, ringsumher Grabstätten von Angehörigen derer von der Schulenburg, angelegt M. 19 Jh. Paul Otto Werner von der Schulenburg Als Sohn von Leopold Wilhelm von der Schulenburg wurde er am 19. August 1823 in Priemern (Altmark) geboren. Als Schüler besuchte er das Pädagogium U. L. Frauen in Magdeburg. Später studierte er an den Universitäten Heidelberg und Berlin. Nach seinem Studium arbeitete er als „Auskulator“ (lat. frühere Bezeichnung für Referendar) beim Stadtgericht in Berlin. Im Jahre 1849 trat er in den diplomatischen Dienst und wurde 1857 Legationsrat. Der Legationsrat" war eine Amtsbezeichnung im Auswärtigen Dienst und entsprach dem Regierungsrat. Von seinem Vater hatte er Eichstedt geerbt, das er im Jahre 1848 verkaufte. Im Jahre 1857 kaufte er dann Ramstedt, das er bewirtschaften ließ. Das Schloss wurde zu seinem neuen Wohnsitz. Mit seiner Ehefrau Karoline Auguste Amalie geborene von Maltzahn (5.12.1840) hatte er vier Kinder. Seine Kinder waren Karoline Juliane Elisabeth (geb. 6.6.1859), Rudolf Wilhelm (geb. 29.7.1860), Georg Anton (geb. 17.1.1862) und Klara Karoline Erika (geb. 27.7.1873). Als Rechtsritter des Johanniter Ordens zur freiwilligen Krankenpflege einberufen, nahm er am deutsch-französischen Krieg 1870/71 teil. Als Auszeichnung erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse am weißen Band. Am 15. April 1889 verstarb Paul Werner von der Schulenburg als Schlossbesitzer von Ramstedt. Rudolf von der Schulenburg Rudolf Wilhelm von der Schulenburg war ein kluger und vorausblickender Verwaltungsbeamter, der sich hohe Verdienste in der Provinz Brandenburg erworben hatte, übernahm den Familienbesitz nach dem Tod seines Vaters. Als Kind besuchte Rudolf von der Schulenburg die Klosterschule in Ilfeld (im Harz). Von 1879 bis 1882 studierte er Rechtswissenschaften an der Georg-August-Universität in Göttingen und der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin. Nach bestandener Prüfung war er zunächst als Gerichtsreferendar in Naumburg tätig. Nachdem er seine freiwillige einjährige Militärzeit absolviert hatte, wechselte er in den höheren Verwaltungsdienst. Er war als Regierungsreferendar in Magdeburg und Oppeln (ehemalige Provinz Schlesien) tätig. Nachdem er seine „Große Staatsprüfung“ bestanden hatte wurde er zum Regierungsassessor ernannt und war in dieser Funktion bis 1890 in Oppeln tätig. Durch den Tod seines Vaters wechselte Rudolf zunächst nach Potsdam und dann nach Magdeburg, wo er im Oberpräsidium und Regierungspräsidium tätig war. Im Jahre 1895 wurde er Landrat im Kreis Oschersleben. Rudolf von der Schulenburg heiratete im Jahre 1896 Marie, geb. von Gerlach. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne und eine Tochter hervor. Im Juli 1902 kehrte Rudolf in den Dienst der Provinz Brandenburg zurück und wurde 1903 in Potsdam zum Regierungspräsidenten ernannt. Zum Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg wurde er im Jahre 1914 ernannt. In all seinen Funktionen erfüllte er gewissenhaft seine Aufgaben und erwarb sich besondere Verdienste bei der Urbarmachung des Havelländischen Bruches. Durch diese Maßnahme konnte das Ernährungsproblem der Provinz Brandenburg mit dem Großraum Berlin weitestgehend gelöst werden. Des weiteren unterstützte er den Ausbau des Hohenzollernkanals, eines Teilstückes des Schifffahrtsweges Berlin-Stettin. Durch diese Maßnahme wurde die Provinz Brandenburg, insbesondere Berlin für den internationalen und nationalen Handel attraktiver. Aber auch auf anderen Gebieten machte er sich einen Namen. Er setzte sich für einen Ring von selbständigen, leistungsstarken Städten und Gemeinden um Berlin ein, wohingegen Berlin eine großzügige Eingemeindung zu einem Groß-Berlin anstrebte. Für sein Engagement gegen die Eingemeindung wurden ihm zu Ehren mehrere Straßen, Brücken und Plätze benannt. Letztendlich konnte aber auch Rudolf von Schulenburg die Ausgliederung Berlins aus dem Provinzialverband nicht verhindern. Nach Ausbruch des I. Weltkrieges setzte er sich für die ausreichende Versorgung mit Lebensmitteln in der Provinz Brandenburg ein. Da Rudolf von der Schulenburg in der Umgebung des Kaisers vor der Möglichkeit einer ausbrechenden Revolution warnte, hielt man es für besser ihn aus der Nähe des Kaiserhofes zu entfernen. So wurde er am 21. Oktober 1917 zum Oberpräsidenten der Provinz Sachsen ernannt und zog nach Magdeburg. Nach Ausbruch der Novemberrevolution 1918 berief er seine 12 Amtskollegen nach Magdeburg und beschloss mit ihnen vorerst im Amt zu bleiben, obwohl er „die Republik nicht als ordnungsgemäße Nachfolgerin der Monarchie anerkennen konnte“. Am 1. Juli 1919 nahm er seinen Abschied aus dem Staatsdienst und zog zu seinem Gut in Schricke, das ihm seit 1918 gehörte. Er zog sich aber nicht gänzlich aus dem politischen Leben zurück. Im Kreistag führte er die bürgerliche Fraktion. An der Gründung des Evangelisch-kirchlichen Hilfsvereins in der Provinz Sachsen war er maßgeblich beteiligt. Am 10. Januar 1930 verstarb er in Schricke, seinem Hauptwohnsitz neben Ramstedt. In einem Nachruf der Potsdamer Tageszeitung hieß es: „Der Verstorbene war das Muster eins preußischen Beamten“.