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Jägerstieg

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Neuenhofe liegt ca. 3 km von Hillersleben entfernt. Von Neuenhofe gelangt man direkt auf den Wanderweg, der zum Jägerstieg führt. Am 11. September 1997 wurde die direkte Ortsverbindung zwischen Neuenhofe und Colbitz wieder geöffnet. Das heißt, Fußgänger und Radfahrer können den Waldweg durch das militärische Übungsgelände wieder benutzen. Kraftfahrer sind ausgeschlossen. Der Jägerstieg im Bereich des Truppenübungsplatzes ist an beiden Seiten mit einer Schranke versehen, die mit Ausnahme von Kraftfahrzeugen stets passierbar ist. Sollten Truppenbewegungen den Weg kreuzen, wird die Kreuzung durch Regulierungsposten gesichert. Das Gelände, beiderseits des Jägerstieges gehört zum Plankener Hauptrandlage. Es ist geprägt durch Endmoränen der Saale-Kaltzeit und weist für diese Gegend seltene Höhenunterschiede, bis zu 60 Metern auf. Die höchste Erhebung ist der „Spitze Berg“ mit 117 m. Der südliche Teil des Weges (Neuenhofer Seite) ist durch sein bewegtes Gelände von besonderem Reiz. Bei trockenem Wetter können die vom eiszeitlichen Schmelzwasser zurückgelassenen Sandflächen jedoch zum Hindernis für die Radfahrer werden, dafür ist die Naturausstattung in diesem Bereich besonders abwechslungsreich. Der Jägerstieg durchquert den Landschaftsteil Paxförde, ein Gebiet, dass 1994 von der Landesregierung wegen seiner hohen Schutzwürdigkeit einstweilig gesichert wurde. Durch die Übertragung des Geländes an die Bundeswehr (Bundestagsbeschluss 1993) konnte es jedoch nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Nachdem Jahre 2006 soll bei Erfüllung des Heidekompromisses das Gelände südlich der Heidestraße vom Übungsbetrieb der Bundeswehr ausgeschlossen werden. Es ist danach zu hoffen, dass danach das Naturschutzgebiet Paxförde ausgewiesen wird. Die Natur ist ausgestattet mit Laubmischwäldern in naturnaher Ausprägung, Kiefernforsten, Trockenrasenflächen und Dünen. Restbestände von alten Eichen und Linden erinnern an die einstmalige Bewaldung vor 250 bzw. 500 Jahren. Der Jägerstieg hat eine Gesamtlänge von 11,2 km. Er verbindet Colbitz mit Neuenhofe auf direktem Wege. Die reizvollste Strecke liegt zwischen dem Wasserwerk Colbitz und dem Ortsrand Neuenhofe. Etwa 4,5 km führen durch das Gelände der Bundeswehr. Benutzt man die Straße sind es 21,5 km. Von Neuenhofe ausgehend beginnt der Jägerstieg am nördlichen Ortsausgang. Zur Orientierung dienen Kirche und Friedhof, von dort biegt man ab Richtung Norden hinunter zum Kuhgrund. Dort gabelt sich der Weg und führt links zum Hirschkopf, rechts zum Jägerstieg. Der Weg ist ausgeschildert. Etwa 2 km nach Eintritt in das Übungsgelände wird der Gedenkstein passiert, danach lichtet sich die Bewaldung auf der Nordseite und öffnet den Blick auf die Ausläufer der ehemaligen Schießbahn. Wenige 100 m weiter wird das geschlossene Waldgebiet erreicht. Der Jägerstieg tangiert jetzt an seiner Nordseite das Naturschutzgebiet „Colbitzer Lindenwald“. Nach Verlassen des Truppenübungsgeländes sind es nur noch wenige 100 Meter bis zum Wasserwerk Colbitz. Der Weg führt südlich des Werkgeländes entlang zur Siedlung Jägerstieg. Dort schließt die befestigte Straße nach Colbitz an. Nach dem Jahre 1336 wurde das Erzstift Magdeburg nach vielfältigen Streitereien und Kämpfen Besitzer des südlichen Teiles der Heide. In Wolmirstedt, Colbitz und Neuenhofe befanden sich Jagdschlösser der Magdeburger Erzbischöfe. Die vom Erzstift abhängigen Klöster wurden durch die Jagdlust der Erzbischöfe aus dem Hause Hohenzollern gezwungen, Jagdköter und Jäger aufzunehmen, zu verpflegen und Spanndienste zu leisten. Dieser immensen Belastung versuchten die Klöster zu entgehen. Das Kloster Hillersleben versprach, einen Lehrer für das Dorf einzustellen, wenn ihm der Unterhalt der fürstlichen Meute erlassen würde. Es ist sehr wahrscheinlich, dass in dieser Zeit ein reger Verkehr von Jägern und Jagdhelfern auf dem Weg zwischen dem Jagdschloss Colbitz und dem Kloster Hillersleben geherrscht hat und der Name Jägerstieg in dieser Zeit entstanden ist.