Dorfkirche Lindhorst

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Durch die eigene Ziegelei ist auch der große Neubau der neuen Kirche begründet und der damit verbundene Abriss der alten Kirche. Über die alte Kirche in Lindhorst ist kaum etwas bekannt. Sie stand in der Mitte des ältesten Teiles des Dorfes. Am 24.09.1859 fand eine Bekanntmachung zum Bau einer Kirche in Lindhorst im "Allgemeinen Anzeiger" statt. Am 20.12.1861 wurde die neue Kirche eingeweiht. Es entstand eine gefällige, neoromanische Backsteinkirche mit Westturm und Halbrundapsis. Der Turm ist von weit her sichtbar. Er ist ca. 20 m hoch. Am Turm befindet sich der Haupteingang zur Kirche. Die Taufschale ist ein Nürnberger Messingbecken, im Fond die Verkündung, ringsum die 7 mystischen Buchstaben hilf uns und außen LVCIA BRISCH HANS MÜLLER SEL: WITWE 1652. Ein schöner Taufstein, das mit Efeu umrankte Becken wurde beim Neubau zerschlagen. Die Bronzeglocke wurde 1820 von L. Leonhard in Burg gegossen. St. Johannis zeigt sich kleiner und schlichter in der Ausstattung als die Colbitzer Schwester. Dezent farbige Fenster lassen viel Licht herein. Altar, Kanzel und Gestühl weisen solide Holzarbeit in klassischen Formen auf. Besonderer Blickpunkt in der Lindhorster Kirche ist das Kruzifix über dem Altar. Das ist eine äußerst qualitätvolle Schnitzarbeit eines unbekannten Meisters, vielleicht aus dem 18. Jahrhundert oder eher. Selten sieht man den gekreuzigten Christus mit einem so gänzlich abgewandten, schmerzvollen Gesicht dargestellt wie hier, selten sieht man den Körper so überaus harmonisch proportioniert. Ein Gekreuzigter, den man lange betrachten muss, er zwingt den Betrachter fast dazu. 1929 ließ Pastor Karcher die Kirche vollständig innen renovieren. Im Jahr 1961 zur Einhundertjahrfeier wurde die Kirche das letzte mal innen renoviert. Die Wände wurden weiß gemalt. 1997 wurde der Raum unter der Empore vom Rest der Kirche mit Glasscheiben und einer verglasten Holztür abgetrennt. Es wurde eine Heizung eingerichtet, damit hier der Wintergottesdienstabgehalten werden konnte.

Altar