Dorfkirche Neuenhofe

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Altarbereich

Die Kirche befindet sich am Nordrand des Dorfes. Der frühere Friedhof, dessen alte Einfriedung, eine Bruchsteinmauer, im Nordwesten im Unterteil erhalten ist, wird sonst durch Staketen, Ziegelmauern und angrenzende Gehöfte eingegrenzt. Die Trinitaskirche ist Filial der Klosterkirche in Hillersleben. Patron war der preußische Staat. Bereist bei der Kirchenvisitation 1564 bestand das Filialverhältnis zu Hillersleben. Die Bauakten befinden sich infolgedessen dort im Pfarrarchiv.

Die Kirche in Neuenhofe ist nach 1564 gebaut worden, da in den Visitationsakten eine kleine „hölzerne Kapelle“ verzeichnet ist. Vermutlich ist sie aber bald danach errichtet worden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielt die Kirche wie die meisten anderen Kirchen des Kreises eine neue Innenausstattung. Der Rest eines früheren Stützpfostens der Decke trägt die Jahreszahl 1686. Ein Stein mit der Jahreszahl 1690, der mit diesem Restaurationsbau in Verbindung zu bringen ist, war noch 1905 vorhanden.

Nach einer Angabe von 1749 soll die Kirche 1692 „ganz neu“ gebaut worden sein, war aber bereits in so schlechtem Zustand, dass 1750 ein Kostenanschlag für Auswechselung der Mauern und Reparatur von Dach und Turm angefertigt wurde. In der Regel werden die umfassenden Restaurationen nach dem Dreißigjährigen Krieg als Neubauten angesprochen. Die Kirche war zunächst ein Fachwerkbau (innen Holz, außen mit Mauersteinen „beklebt“), der allmählich massiv umgebaut wurde. Die Nordwand schon Ende des 18. Jahrhunderts, da ein Kostenanschlag von 1779 vorliegt, als diese Mauer einzustürzen drohte. Als letztes wurden 1925 die Südwand des Schiffes und die Süd-Ost- und die Ost-Wand des Chores massiv errichtet. Gleichzeitig erhielt die Südtür einen Vorbau. Statt eines Turmes besaß die Kirche ein kleines Laternchen mit verschieferter welscher Haube. Anlässlich einer Reparatur des Westgiebels stürzte die Laterne am 20. Mai 1914 ein. Der Neubau eines massiven Westturmes erfolgte 1924/25. Die Weihe war am 8.11.1925.

Die Kirche wurde wahrscheinlich mit Bruchsteinen gebaut, wie sich in der Sakramentnische feststellen lässt. Der Turm trägt einen Oberbau auf achtseitigem Grundriss mit schlanken, achtseitigen Helm. Der Turm enthält im Untergeschoss die Taufkapelle. Die Bronzeglocke stammt aus den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts.

Da die alte Holzdecke teilweise noch erhalten ist, so wirkt die Kirche im Inneren warm und gehört zu den relativ gut erhaltenen Dorfkirchen. Die Emporen und das Gestühl vom Ende des 17. Jahrhunderts und Anfang des 18. Jahrhunderts wurden entfernt. Die Ausstattung wurde 1978 - 1981 vereinfachend erneuert. Teilweise wurden die Eichenquerbalken im Jahre 1925 erneuert. Zu der Taufkapelle im Turm führte eine breite Korbbogenöffnung. Heute ist im hinteren Bereich die Winterkirche eingerichtet. In der ehemaligen Taufkapelle befindet sich ein Küchentrakt. Die Sakramentnische mit holzverkleideter Eisentür ist in die NO-Wand des Chores eingebaut. Der Kanzelkorb war in eine Wand hinter dem Altar eingebaut und stammte aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, wurde aber auch zusammen mit den Emporen entfernt.

Der Taufstein aus dem Jahr 1581 befindet sich im Altarbereich, früher in der Taufkapelle im Turmuntergeschoss, und besteht aus Sandstein. Das Becken und Oberteil des Schaftes sind mit Stuck verkleidet. Das Orgelwerk nebst Spieltisch und Unterteil des Prospektes stammen aus dem Jahr 1925 (Hülle, Neuhaldensleben). Nur die Vorderseite des Prospektoberteiles ist um 1860 entstanden.

Taufstein