Zum Dorfrundgang "Immer an der Waterkant entlang" fanden sich am 18. April wieder ganz viele Leute aus nah und fern ein, die gemeinsam mit der Vereinsvorsitzenden Margitta Häusler auf Expedition gingen. Etwa 55 Männer und Frau waren es, die sich bei schönstem Wetter auf den Weg machten. Gestartet wurde am Klutturm, unserem Wahrzeichen und ältesten Überbleibsel aus mehr als 880 Jahren Dorfgeschichte. Die Burganlage war das erste Thema. Von dort ging es auf die Plattform am Elbehang, wo einst eine im Jahre 1662 erstmals erwähnte Wasserkunst stand. Diese war Anfang der 1990er Jahre nur noch eine Ruine und musste abgerissen werden. Jahrhundertelang versorgte sie die Burganlage und da vor allem die Brauerei mit kühlem Nass.
Am Uferweg angekommen erfuhren die Teilnehmer etwas über die Burgmauer, den Längsdamm, der mal Alvenslebische Spitze hieß, einen Fährunfall von 1745 mit untergegangener Regimentskasse und den Brand des Sägewerkes 1928, zu dem 10 Feuerwehren angerückt waren.
Weiter ging es zum ältesten Unternehmen des Ortes, zur Fähre, vorbei am letzten Standort der sogenannten Lügenbanke. Eine Rpisode von Max Planck und den dort sitzenden Schiffern machte die Runde. Von dort liefen wir zum Katerberg und in die Steinortstraße. An jeder Station wurden alte Aufnahmen herumgereicht. Kurz vor der Schiffswerft holte Margitta Häusler dann einen Katalog von 1928 hervor, der über 40 Jahre Betriebsamkeit und die immensen Leistungen der Werft und seines Besitzers Gustav Sonntag in Wort und Schrift berichtete. Beeindruckend die Handzeichnungen von Sonntag zu seiner Werft, sein ganzer Stolz.
Dann ging es mit Genehmigung des heutigen Besitzers auf das Gelände, wo ein jüngerer Gebäudekomplex bewohnt ist. Im hinteren Teil des Geländes befindet sich ein wirklicher "lost place". Dieser verlassene Platz mit zusammengestürzten Gebäudeteilen, alten schrottreifen Geräten war eine schaurige Kulisse. Einige Teilnehmer erinnerten sich an Kindertage, an denen sie dort herumstromerten. Knapp über 100 Jahre wurde an dieser Stelle an Schiffen gearbeitet, gebaut und repariert. Zu Spietzenzeiten fanden auf der Werft fast 150 Rogätzer Lohn und Brot und sorgten dafür, dass Rogätz in der Schifffahrtsgeschichte und unter Fachleuten bis heute einen guten Namen hat.