Zielitz

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Blick zur Kirche

Lage
Zielitz, mit einer Fläche von 11,41km², befindet sich am östlichen Rand des Landkreises Bördekreis in 59m Höhe . Es liegt zwischen dem nördlich gelegenen Landschaftsschutzgebiet „Lindhorst - Ramstedter Forst“ und dem südlichen Landschaftsschutzgebiet „Barleber und Jersleber See“. Zielitz liegt ca. 4 Kilometer von Wolmirstedt entfernt und gehört zur Verbandsgemeinde Elbe-Heide.

Verkehrsanbindung
Die Gemeinde Zielitz ist überörtlich an die L 44 (Magdeburger Straße), die als Verbindungsstraße zwischen Wolmirstedt (B 189) und Loitsche - Rogätz fungiert, verbunden. Die Bundesautobahnen A2 und A14 liegen ca. 15 Kilometer südlich entfernt. Die Landeshauptstadt Magdeburg ist ca. 20 Kilometer entfernt. Die Bahnlinie Magdeburg - Stendal verläuft durch Zielitz einschließlich einer S -Bahn - Anbindung nach Wolmirstedt und Magdeburg. Busverbindungen bestehen nach Wolmirstedt, Angern, Bertingen, Wenddorf und Schricke.

Das historische Zielitz
Der Name des Ortes ist über 1000 Jahre im wesentlichen unverändert geblieben. Nur die Schreibweise desselben hat mehrfach gewechselt. Der Name Zielitz soll wendischen (slawischen) Ursprungs sein. Der Name soll sich von den Wörtern Sedliska, Sedlisce = Gehöft herleiten.

Die erste urkundliche Erwähnung von Zielitz datiert auf dem 21. September 937. In der Schenkungsurkunde wird „Zelici“ von König Otto I. (ab 962 Kaiser) dem Magdeburger Mauritiuskloster geschenkt und 973 wird diese Schenkung noch einmal urkundlich bestätigt. Danach schweigen die Urkunden über zweihundert Jahre. Erst 1173, 1187 und 1190 taucht der Ort wieder in Urkunden auf. Eine Familie Zielitz wird 1236 urkundlich erwähnt. Das Kloster Leitskau hatte Besitzungen in Zielitz, genau wie die Adelsgeschlechter von Brena, von Querfurt und derer von Sack.

Im Jahre 1320 verkaufte Arnold von Sack das Dorf Zielitz dem Kloster St. Katharina in Wolmirstedt, bei dem es bis zum Jahre 1810 verblieb (1810 Auflösung des Klosters).

Aus der Zeit um 1400 stammen Berichte über zahlreiche Räubereien des altmärkischen Adels in unserer Gegend, wobei auch Zielitz erwähnt wird. Die größten Leiden brachte der Dreißigjährige Krieg für das Dorf. Im Jahre 1636 verloren viele Zielitzer ihr Leben. Nach dem Krieg standen nur noch die Grundmauern und die Ruine der Dorfkirche im Dorf. Die erste Schule wird im Jahre 1684 erwähnt und als Schulmeister wird Werner Busse genannt.

Im Jahre 1783 wird in Urkunden vom vorwiegenden Flachsanbau in Zielitz berichtet. 1807 gründete Napoleon das Königreich Westfalen, das König Jerome (Napoleons Bruder) regierte. Zielitz fiel ebenfalls an dieses Königreich und gehörte zum Elbedepartement, Distrikt Neuhaldensleben, Kanton Wolmirstedt. Im Jahre 1848/49 wurde die Bahnstrecke Magdeburg - Stendal gebaut. Zielitz erhielt zunächst keinen Haltepunkt. Nach vielen Eingaben und Bitten erhielt Zielitz 1890 einen Haltepunkt und 1913 einen Bahnhof.

Die Geschichte des Kalibergbaus begann um 1905, nachdem Kalitiefbohrungen fündig geworden waren. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann sich die Wirtschaftsstruktur in Zielitz von der Landwirtschaft mehr und mehr zum Handwerk und zu Industriearbeitsplätzen zu verändern. In einer Übersicht aus dem Jahre 1925/26 bestanden neben der Landwirtschaft 26 Gewerbebetriebe und im Jahre 1954 noch 18 Gewerbebetriebe

Das heutige Zielitz
Durch den Aufbau des Kaliwerkes stieg die Einwohnerzahl in Zielitz sprunghaft an. Die Wirtschaft entwickelte sich und es wurden viele Neubauwohnblocks für die Beschäftigten erbaut. Heute wohnen in Zielitz 1583 Einwohner (Stand 09/2017). Durch die einschneidenden Veränderungen in der Zeit nach 1989 (die Beschäftigtenzahl sank um etwa die Hälfte), standen jetzt etliche Wohnblöcke leer, die teilweise abgerissen wurden. Auch das ehemalige Fernsehgerätewerk und die Schuhfabrik existieren heute nicht mehr.

Es etablierten sich aber mit der Zeit auch ca. 90 kleinere bis mittelständige Gewerke. Zielitz wurde 2003 in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen. Der Gesamtumfang der geplanten öffentlichen Maßnahmen beträgt insgesamt etwa 1,6 Millionen Euro, wobei ein Fördermittelanteil von rund 900 000 Euro enthalten ist. Der Eigenanteil der Kommune liegt bei ca. 500 000 Euro. Die zeitliche Reihenfolge der Baumaßnahmen richtet sich nach der Dringlichkeit, wobei die Verbesserung der Verkehrserschließung vor der Platzgestaltung und den Einzelgebäuden steht. Für geplante private Maßnahmen beträgt der Gesamtumfang ca. 2,95 Millionen Euro, davon sind rund 1,2 Millionen Euro Fördermittel. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf die äußere Gestaltung der Gebäude und Höfe gelegt. Dazu gehören Dach- und Fassadenerneuerung, aber auch die Wiederherstellung von Torbögen und Toren. Die erste große Maßnahme im Programm der Dorferneuerung war der Ausbau der Feldgartenstraße. Die Straße erhielt ein neues Altstadtpflaster aus Betonsteinen, Begrünung und neue Straßenlampen.

Aber auch viele andere Maßnahmen wurden von der Kommune und Sponsoren in den letzten Jahren in Angriff genommen. So ist durch ein Sonderprogramm der Landesregierung 1998 Investitionen für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Zielitz ermöglicht worden. Mit einem großen Fest wurde im Juli 1999 das neue Gerätehaus übergeben. Die Kindertagesstätte „Zwergenparadies“ erhielt 2003 eine neue Kletterkombination und im Juni 2004 wurde die neue Zweifeldhalle mit einem dreitägigen Fest feierlich eingeweiht. Die neue Sporthalle bietet ideale Voraussetzungen für den Schulsport. Auch der Sportverein bekommt ideale Bedingungen zum Trainieren. Volleyball, Handball, Badminton, Tennis, Basketball, Fußball sind möglich.

An der Schricker Straße entstand ein neues Wohngebiet, welche den Namen Ebereschenweg erhielt. Nach der Schulentwicklungsplanung behielt Zielitz auch weiterhin den Standort der Sekundarschule.

Hervorzuheben sind auch die regen Veranstaltungen der einzelnen Vereine in der Gemeinde. Die Feuerwehr besteht in diesem Jahr 77 Jahre. Seit 2000 sind in Zielitz alle Bedingungen für eine Stützpunktwehr erfüllt. Großen Anklang finden die Aufführungen des Zielitzer Holzhaustheaters. Die verschiedenen Aufführungen sind meistens ausverkauft.

Ortsteile Schricke
Schricke gehört zur Verbandsgemeinde „Elbe – Heide“ und ist seit 1952 ein Ortsteil von Zielitz. Es liegt am nördlichen Rand der Colbitz - Letzlinger Heide. Die Kiefernbestände der Heide, die immer wieder von unregelmäßig eingelagerten Wiesen und Feldern unterbrochen werden, begrenzen in südlicher, westlicher und nördlicher Richtung die Ortslage. Nach Osten wird der Blick vom Kalibetrieb dominiert.

Von Zielitz führt eine direkte Verbindung nach Schricke. Diese Straße verläuft weiter nach Ramstedt. Busverbindungen bestehen nach Wolmirstedt, Angern, Bertingen, Wenddorf und Schricke.

Bürgerbüro